Sankt Petersburg

April 10, 2019

 

Sankt Petersburg ist überschaubar, romantisch und westlich. Sankt Petersburg beschreiben wir also mit genau den Adjektiven, die man ihr nachsagt. Sankt Petersburg ist aber auch sehr gewöhnlich, wenig überraschend und nicht unbedingt speziell. Lediglich zwei Dinge waren überraschend, ungewöhnlich und speziell. Zum einen war es das Hostel Baby Lemonade, in welchem wir für wenig Geld wie Könige logierten, zum anderen die Eremitage.

 

Wir erreichten das Hostel ab dem Bahnhof mit der Metro für günstige 35 Rappen pro Person. Als wir den Empfangsbereich betraten, überraschte uns die Einrichtung und Dekoration, die komplett der Musikgruppe Pink Floyd gewidmet war. Auf einer runden Leinwand wurde ein Konzert der Band projiziert, es lief ihre Musik im Hintergrund und an der Wand hingen ordentlich eingerahmt Plakate und diverse Fanartikel. Guru glaubte seinen Augen kaum und strahlte über beide Ohren, denn er kannte die Band und durfte bereits zweimal an Konzerten dabei sein.

 

 

 

 

 

 

 

Unser Plan für die zwei Tage in Sankt Petersburg war eigentlich simpel. Am Ankunftstag wollte sich Banana die Tollwutimpfung in der American Medical Klinik machen lassen, danach wollten wir in die Eremitage bevor es dann am zweiten Tag an die Vorbereitung der Zugreise von Sankt Petersburg nach Ekaterinburg ging, welche dann am Abend um 17 Uhr starten sollte.

 

Aber es kam alles anders.

 

In der American Medical Klink sprach man zwar Englisch, aber die Impfung gab es nicht. Kaum waren wir draussen, rief Banana erneut die Helpline des Tropeninstituts an. Die Schweizer Ärztin meinte darauf, dass wir mehr Chancen in einer öffentlichen Klinik hätten. Wir suchten eine auf, doch dort wurden wir auf Russisch harsch abgewiesen. Banana war gar nicht mehr happy für den Rest des Tages. Wir trösteten uns am Abend mit vorzüglichem Essen bei einem guten Italiener (Restaurant Jérôme) und schmiedeten neue Pläne.

 

Da wir ohne Impfung nicht weiterreisen wollten (in den kommenden Städten war keine bessere medizinische Versorgung zu erwarten), musste eine neue Lösung her. Wir entschieden uns im Hostel eine Nacht zu verlängern und dann spät am Abend mit der Ural Airlines nach Ekaterinburg zu fliegen.

 

Der neue Plan lies zu, dass wir uns noch einen Tag mehr mit der Besorgung der Impfung beschäftigen und die Eremitage besichtigen konnten. Guru hatte am nächsten Morgen den guten Einfall, beim schweizerischen Konsulat anzurufen. Banana rief an, schilderte die Sachlage und erhielt von der netten Dame am Telefon umgehend den Kontakt des Vertrauensarztes. Diesem Arzt rief Banana sofort an, berichtete erneut über die Geschehnisse und der Arzt meinte, er höre sich um. Kurz darauf kontaktierte er uns erneut und gab uns an, dass in der Latha Klinik – wie sich später herausstellte die teuerste Klink der Stadt – die Impfung zur Verfügung stand. Wir setzten uns in das nächste Taxi und waren heilfroh, dass wir endlich die Impfung gefunden hatten.

 

Die Latha Klink war sogar so organisiert, dass sie uns für die zweite und letzte Impfdosis in Ekaterinburg einen Termin in einer Klink vereinbarte. Endlich konnten wir uns beruhigt auf Sankt Petersburg einlassen. Alle Konsultationen und Impfungen kosteten total 266 Euro. Wenn wir jeweils angehört aber nicht behandelt wurden, war die Konsultation kostenlos. Dazu kamen die Kosten für die Taxis, den Flug und die zusätzliche Nacht in Sankt Petersburg. Die Rückforderung bei der Versicherung World Nomads ist noch pendent.

 

 

 

Wir waren richtig froh uns endlich mal auf die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten konzentrieren zu können. Am nächsten Tag kauften wir die Tickets für die Eremitage, Winterpalast und offizielle Residenz des Zaren im 18. - 20. Jahrhundert.

Wir liefen ganze dreieinhalb Stunden durch die Eremitage und bestaunten ihre Grösse. In vier Gebäuden sind in über 350 Zimmer mehr als 60’000 Exponate ausgestellt. Dabei ist Vielfalt angesagt; diverse russische, asiatische sowie europäische Kunstwerke, Gemälde und Möbelstücke sind zu bewundern. Am eindrucksvollsten war es aber, in den Zimmern, ähh Sälen, umherzuwandern und zu bestaunen, in welcher Pracht die Zaren einst residierten.

 

 

 

 

Nach dem Besuch schlenderten wir noch in der Stadt ein wenig umher und guckten uns die prachtvollen Bauten an, die diese charmante Stadt zu bieten hatte.

 

 

Am späteren Abend fuhren wir mit dem Taxi zum Flughafen Ekaterinburg.

 

 

Bei der Buchung der Flugtickets dachten wir, wir wären schlaue Füchse, wenn wir das günstigste Ticket mit jeweils zehn Kilogramm Gepäck und fünf Kilogramm Handgepäck kaufen. Schlau, weil wir von anderen Airlines kennen, dass bei Übergepäck grosszügig die Augen zugedrückt werden und dachten, dass die Russen das bestimmt auch nicht so genau nehmen.

 

Falsch gedacht haben wir. Wir hatten insgesamt sieben Kilo zu viel und kamen nicht darum herum, das Übergewicht teuer zu bezahlen. So teuer, dass wir uns eigentlich auch Plätze in der Bussinessklasse mit mehr Gepäck hätten leisten können. Leider konnte man unsere Tickets nur nicht mehr umbuchen oder gratis annullieren.

 

Um 20 Uhr hoben wir Richtung Ekaterinburg ab und spätestens im Flugzeug war die Misere wieder vergessen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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