Tianmen Mountain National Forest Park

September 15, 2019

Mit der längsten Gondelbahn der Welt zum Himmelstor schweben und 999 Stufen begehen, dass war unser Plan für den heutigen Tag. Dafür standen wir extra früh auf und deponierten unsere Backpacks an der Rezeption des Panda Hostels, wo wir erst am nächsten Abend wieder übernachten würden.

 

Vom Hostel aus liefen wir zu Fuss bis zur Tianmen Mountain Cablecar, der Gondelbahn, die uns auf 1277 Meter des 1518 Meter hohen Tianmen Bergs hinaufbringen sollte. Obwohl der Himmel bewölkt war, schwirrten bereits viele chinesische Touristen um das grosse Gebäude herum. Wir steuerten direkt das leere Ticketoffice an und zahlten 285 Yuan (ca. 40 CHF) pro Person für den Eintritt zum Nationalpark was die Benützung der Seilbahn, der Busse und der Rolltreppen (Ja, Rolltreppen!) im Park inkludierte.

 

 

Um die Ecke fanden wir den Eingang zur Talstation. Man hätte von dort aus auch direkt einen Bus bis zum Himmelstor nehmen können. Wir wollten aber hoch mit der Seilbahn, dann oben einmal der Klippe entlang bis zum Himmelstor und von dort dann mit dem Bus zurück nach Zhangjiajie. Auch im Nachhinein finden wir das ein sehr angenehmes Routing und ist definitiv für jeden machbar.

 

In der Talstation konnten wir erst einmal durch viele Gänge einfach durchlaufen. Diese sind wohl angelegt worden, um einen grösseren Andrang kanalisieren zu können. Wir mussten erst weiter oben anstehen. Nach einiger Zeit stellten sich zwei ältere Chinesinnen hinter uns. Alles gut so weit. Sehr unangenehm wurde es aber, als sie anfingen zu drängeln. Und zwar so richtig. Warum sie drängelten, erschloss sich uns nicht. Vor uns hatte es ja auch noch ganz viele die anstanden und auch wenn sie sich bis ganz vorne gedrängelt hätten, was hätte ihnen die Zeitersparnis wohl gross gebracht?

 

Die Gondel teilten wir zum Glück dann nicht mit ihnen. Zuerst hatten wir einen super Ausblick auf die Stadt Zhangjiajie und je höher die Gondel kam, umso überragender war die Sicht. Ab der Mittelstation wurde das Geländer steiler und spektakulärer. Es raubte uns den Atem. Wir hatten auch einen tollen Ausblick auf die 99 Serpentinen, die sich der Steilwand entlang schlängelten.

 

 

Als wir ankamen, befanden wir uns über dem Nebelmeer. Wir liefen süd-westlich der Klippe entlang. Der Weg war sehr gut präpariert und einfach zu begehen. Sich zu verlaufen wäre schon eine Herausforderung. Wir sahen überall Touristen mit Flip Flops, Kinderwagen und Absatzschuhen. Am einfachsten ist es, ihnen einfach zu folgen. Nach kurzer Zeit erreichten wir den ersten „Glass Skywalk“, einer etwa 60 Meter langen Stahl-/Glaskonstruktion, die über dem Abrund fast frei schwebte. Bei dieser Aktivität passte Banana. Das war so gar nicht ihr Ding. Guru hingegen bezahlte die ca. 2 CHF Eintritt. Während Banana auf dem normalen Weg bis ans Ende des Skywalks lief, wagte sich Guru auf den Weg aus Glas.

 

Guru:

Bevor ich auf die Glasplatten losgelassen wurde, musste ich mir zuerst Stoffschühchen über die Schuhe ziehen. Und dann ging es los. Oder auch nicht. Denn es hatte viele Chinesen, die bereits bei der ersten Glasplatte stehen blieben, kreischten und tausend Selfies schossen. Warum konnten sie sich nicht etwas verteilen? Es galt wie in China üblich die Ellbogen auszustrecken und sich durchzuwühlen. Habe ich unterdessen gelernt und mir angeeignet. Keine falsche Scham hier. Das gehört einfach dazu. Also circa 30 Chinesen später hatte es das erste Mal Platz. Ich konnte endlich die Aussicht durch die Glasplatte in aller Ruhe studieren. Aber meine Freude verflog schnell. Das Glas war durch das Alter und die Abnützung völlig milchig. Trotz der Stoffschühchen. Ich sah nicht viel. Der Abgrund unter mir war auch nicht besonders steil. Ich sah also nicht voll in den Abgrund hinunter. Enttäuscht schlug ich mich bis zum Ausgang durch, wo auch Banana schon gespannt auf mich wartete. Der Walk war es definitiv nicht wert. Kindergarten.

 

 

Wir gingen weiter der Klippe entlang, in eine Schlucht, über eine Hängebrücke, am Sessellift vorbei und über die Naturbrücke, wo sich unten das Himmelstor befindet. Die komplette Umrundung dauerte ca. 1 1/2 Stunden.

 

 

Jetzt wurde es nochmals richtig spannend. Damit man ohne Anstrengung vom Himmelstor hoch oder runter kommt, haben die Chinesen im Berginneren sieben Rolltreppen gebaut!!!! Völlig crazy. Dafür wurden extra Tunnels gebuddelt. Unvorstellbar. Das Himmelstor selbst ist 131,5 Meter hoch. Mit den Rolltreppen ging es also ein ganz langes Stück lang nach unten. Wir waren völlig aus dem Häuschen. Die Spinnen, die Chinesen!

 

 

 

Unten angekommen hatten wir eine prächtige Aussicht auf die Felserosion. Wir liefen die 999 Stufen hinab. Guru hatte sich als Ziel gesetzt, die Treppen auch hochzugehen. So lief er diese nochmals hoch und wieder hinunter, während Banana Fotos schoss.

 

 

Danach ging es mit dem Bus zurück zur Talstation. Und ihr werdet es nicht glauben, aber unter all den Touristen, die mit uns im Bus sassen, waren auch die zwei älteren Drängel-Chinesinnen vom Morgen. Wir haben uns natürlich sofort erkannt und angelächelt. Und dann richtig gelacht. Wir gingen nicht auseinander ohne ein Abschiedsfoto. Zurück in Zhangjiajie ging es für uns aber nicht direkt ins Hotel, wir reisten weiter zum Wulingyuan Scenic Area respektive dem Zhangijajie National Forest Park. Avatar Berge, wir kommen.

 

 

 

 

 

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