Mit dem Bambusfloss auf dem Yulong

April 8, 2020

An diesem Morgen begrüssten wir uns mit „Iiiiangschoooo, iiiangschooo“. Die Rufe der Schlepper am Bahnhof von vor zwei Tagen hallten nämlich noch immer in unseren Köpfen. Heute war es dann endlich so weit, wir waren bereit für Yangshuo, bereit für die Bilderbuchlandschaft beim Fluss Yulong, bereit für die weltberühmte Karstlandschaft. So schnallten wir uns einmal mehr unsere Tagesrucksäcken um die Schultern und machten uns auf den Weg in Richtung Busbahnhof in Guilin. Eben jenem Bahnhof, wo schon vor Tagen keine Busse fuhren.

 

Beim Bahnhof trafen wir dann prompt auf zwei junge westliche Touristen, die gerade in eine Rikscha einsteigen wollten. Wir fragten sie sofort, ob sie nach Yangshuo fahren und ob sie mit uns die Kosten teilen wollten. Sie wollten. So bezahlten wir 35 Yuan (weniger als 5 CHF) pro Person und stiegen ein. Auf der Fahrt lernten wir uns kennen. Es handelte sich um zwei alte Schulfreunde aus Lyon, Max (23), Student im Auslandssemester in Shanghai, bald Praktikant bei Adidas, und Clement (23), Wirtschaftsstudent. Clement war auf Besuch bei Max und zusammen bereisten sie nun während einer Woche China. Wir liessen uns noch Tipps für Indien geben, denn Clement hatte Indien schon bereist. In Yangshuo trennten sich dann unsere Wege und wir liefen zu Fuss bis zum Wada Hostel, dass uns mit seinem modernen und frischen Aussehen überraschte. Die zwei Jungs suchten noch nach einer Unterkunft, sie wollten etwas mit einem privaten Pool.

 

 

Unser Plan war es noch am selben Nachmittag eine Flossfahrt auf dem Fluss Yulong zu machen. Es gab die Möglichkeit einen Roller, Fahrräder oder ein Mietauto zu mieten und in die Region zu fahren. Das Problem war aber bei allen Mitteln, dass wir dann den fahrbaren Untersatz beim Einsteigpunkt des Flosses hätten zurück lassen müssen. Daher entschieden wir uns für eine organisierte Tour. Kaum an der Hostel Reception gebucht, fing es in Strömen an zu regnen. Die Dame tätigte einen Anruf und versicherte uns, dass es auf dem Fluss nicht regnete. Wir liessen es mal auf uns zukommen und machten es uns in der Hostel-Lobby bequem.

 

Keine Stunde später holte man uns mit einem Bus ab. Der Fahrer brachte uns und einige chinesische Individualreisende zum Einsteigpunkt am Yulong Fluss. Und es war tatsächlich so, bereits auf dem Parkplatz fiel kein einziger Tropfen mehr vom Himmel. Danach ging es rasch und bereits wenige Minuten später sassen wir auf einem Bambusfloss. Wegen der Nebensaison und des Regens waren nicht viel Flosse unterwegs. Wir sahen aber, dass hunderte von schwimmenden Untersätzen und Gondoliere bereitstanden um riesige Herden von internationalen und heimischen Touristen über den Fluss zu schippern. Wir wollen uns den Betrieb in der Hochsaison gar nicht ausmalen - oder bei schönem Wetter.

 

 

Zurück in Yangshuo erkundeten wir den von chinesischen Touristen überloffenen Ort. Er ist hübsch gelegen und sehr fotogen. Wir verstehen, warum es alle nach „Iiiiangschoooo, iiiangschooo“ zieht. Die mystischen Stimmung rund um die lieblichen, bläulichen Hügel vergisst man so schnell nicht mehr.

 

 

 

 

 

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